Modell-Kunde & Historie: Die große Typenkunde der Z-Modelle

Bezieht sich auf Video: ZR ZA ZD ZL ZHÄÄÄÄÄ Zündapp Zet Modelle erklärt von Mr. Moped

Servus Leute!

Willkommen zurück in den Heiligen Hallen! Heute machen wir mal eine kleine Geschichtsstunde, aber keine Sorge – es wird nicht langweilig. Es geht um ein Thema, bei dem selbst alte Hasen manchmal ins Straucheln kommen: Die Zündapp Z-Modelle.

Der Andreas vom Chiemsee (Gruß geht raus!) hat in den Kommentaren gefragt: „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer ZE 40 und einer ZD 40?“ Gute Frage! Denn Zündapp hat uns mit Buchstabensalat beworfen: ZD, ZR, ZA, ZX, ZL, ZS… da blickt doch keiner mehr durch! Ich habe mal mein Archiv aufgemacht, die alten Prospekte gewälzt und erkläre euch heute, was die Kürzel bedeuten und welches Modell was kann.

ZD
Zentralrohr
Druckguss-Heck
ZR
Zentralrohr
Rohrheck
ZE
Zündapp
Elektronik
ZA
Zündapp
Automatik

Holt euch einen Kaffee, jetzt wird entschlüsselt!

Die Zündapp-Logik (4er vs. 5er)

Bevor wir zu den Buchstaben kommen, eine Grundregel vorweg. Zündapp-Kenner wissen:

5er Modelle (z.B. 517, 529): Das sind die großen Mopeds/Kleinkrafträder mit geschlossenem Tank/Sitzbank-Übergang. Die „Motorrad-Optik“.

4er Modelle (z.B. 446, 460): Das sind die Mofas und Mopeds mit Durchstieg (für die älteren Damen, damit man das Bein nicht so hochheben muss) oder Zentralrohrrahmen.

Heute konzentrieren wir uns auf die 4er-Serie, also alles rund um ZD, ZR und Co.

ZD – Der Panzer aus München (Typ 446)

Fangen wir mit den Legenden an. Die ZD-Reihe. Wofür steht ZD? Ganz einfach: Zentralrohrrahmen mit Druckguss-Heck. Das ist die massive Bauweise. Das Heck ist ein massives Aludruckguss-Teil, kein billiges Blech. Das hält ewig. Und: ZD-Modelle haben immer Druckgussfelgen, nie Speichen.

Die Modelle:

Die Basis: Nachfolger der Bergsteiger.
Motor: Gebläsegekühlte 250er Motoren.
Leistung: ZD 10 = Mofa (1,7 PS), ZD 30 = Moped (3,4 PS). Solide, aber optisch Geschmackssache.

Die Schönheiten: Ein Traum in Chrom und Lack.
Motor: Fahrtwindgekühlter 278er Motor.
Varianten: ZD 20 (Mofa, 3-Gang Hand), ZD 40 (Moped, 3-Gang Fuß).

Die Sportlichen: Optisch verlängerter Tank und Sitzbank mit Bürzel (KS 50 TT Design).
Look: Kunststoffverkleidung unten für echte „Motorrad-Optik“. Heute extrem gesucht!

ZR – Der Nachfolger der "Kaufhaus-Mofas" (Typ 447)

Als die billigen Automatik-Mofas von Neckermann und Quelle (Garelli, Solo) den Markt schwemmten, musste Zündapp reagieren. Die ZD war zu teuer in der Produktion. Also kam die ZR-Reihe. Wofür steht ZR? Zentralrohrrahmen mit Rohrheck. Hinten also kein teurer Druckguss mehr, sondern einfach das Rohr weitergeführt. Günstiger, aber immer noch Zündapp-Qualität.

Die Modelle:

ZR 10, 20, 30: Gab es nur mit dem 250er Motor (Automatik oder 2-Gang Handschaltung).

ZB 22: Ein Exot! Das "Sicherheits-Mofa" mit Blinker und Bremslicht. War damals ein Flop, weil zu teuer und uncool ("Wer will schon Sicherheit, ich will Speed!"), heute dafür umso seltener.

Die 460er Reihe – Der letzte Versuch (ZA, ZX, ZL, ZS, ZE)

1980 brach der Mofa-Markt zusammen (Helmpflicht, Prüfbescheinigung). Zündapp musste sparen und gleichzeitig modernisieren. Die Antwort war die 460er Baureihe. Mehr Kunststoff, Baukastensystem, günstiger.

Hier wird der Buchstabensalat wild:

ZA - Zündapp Automatik

Die Einsteiger-Variante. Viel Plastikverkleidung, Automatik-Motor. Zweckmäßig und bequem.

ZX - Das Freizeit-Modell

Eher spartanisch ausgestattet für den kleinen Geldbeutel. Kommt mit 2-Gang Handschaltung.

ZL - Zündapp Luxus

Die "schicke" Version der ZX. Cockpit mit Tacho, Zündschloss und große Sitzbank. Ein sehr beliebtes Mofa.

ZS - Zündapp Super

Der persönliche Favorit! Hatte die Gabel und das Schutzblech der großen GTS 50. Sah richtig schnell aus.

ZE - Zündapp Elektronik

Die Antwort für Andreas! Im Prinzip eine ZD 40, aber mit kontaktloser elektronischer Zündung und 39 Watt Lichtleistung. High-Tech ohne Unterbrecher-Gefummel.

A 25 und X 25 – Das Ende

Kurz vor dem Konkurs (1984) versuchte Zündapp noch, im Billig-Sektor zu retten, was zu retten ist.

A 25: Das absolute Sparbrötchen. Automatik, keine Chromteile, alles lackiert oder Plastik.

X 25: Dasselbe mit 2-Gang Handschaltung.

Und dann gab es noch die Star 1 und Star 2. Mit dem liegenden Zylinder (Mofa-Motor Typ 284/281?). Optisch wollten sie modern sein, sahen für uns Jugendliche damals aber einfach nur "sch..." aus. Damit konntest du auf dem Schulhof nicht landen. Das war der letzte Nagel im Sarg.

Fazit von Mr. Moped

Egal ob ZD, ZR oder ZL – die Zündapp 4er-Reihe bietet für jeden was.

Welcher Zündapp-Typ bist du?

Klick auf das, was dir wichtig ist:

Ich hoffe, ich konnte Licht ins Dunkel bringen. Schaut euch eure Typenschilder an und seid stolz auf das, was ihr habt. Das ist deutsche Industriegeschichte!

Wenn ihr Teile für eure Z-Modelle braucht (egal ob den 250er, 278er oder den seltenen Halogen-Scheinwerfer): Schaut im Shop vorbei. Wir haben die Kategorien jetzt auch nach diesen Modellen sortiert, damit ihr nicht ewig suchen müsst.

STAY TUNED!

Euer Mr. Moped

Tipp: Zum Thema "Elektronische Zündung" gebt Euch unbedingt Mal unser kostenloses MOGA Tool Ignition Master!

Kreidler vs. Zündapp: Der ewige Glaubenskrieg (Und warum die Supra Enduro alles schlägt)

Servus Leute!

Es gibt Fragen, die spalten die Menschheit. Beatles oder Stones? Ketchup oder Mayo? Zündapp oder Kreidler?

Wenn ihr in den 70ern oder 80ern auf dem Schulhof standet, gab es keine Neutralität. Du warst entweder im Lager der Kornwestheimer (Kreidler) oder im Lager der Münchner (Zündapp). Wer eine Hercules fuhr, wurde meistens mitleidig belächelt (dazu kommen wir später noch, das wird peinlich für uns…).

Heute klären wir diesen Glaubenskrieg ein für alle Mal. Nicht am Stammtisch, nicht im Internet-Forum, sondern dort, wo es weh tut: Im Dreck. Wir sind auf der Cross-Strecke des MSC Durmersheim. Der Boden ist tief, die Sonne brennt, und wir fahren das „Rennen um die Wurst“. Der Verlierer muss im Wurst-Kostüm (kein Witz) für die ganze Mannschaft grillen. Die Ehre steht auf dem Spiel.

Die Kontrahenten: Stahl gewordene Legenden

Wir treten an mit dem Besten, was die deutsche Ingenieurskunst im Bereich „Leichtkraftrad-Enduro“ hervorgebracht hat.

1. Die Bestie: Kreidler Florett Mustang (Cross)

Mein Pferd im Stall. Eigentlich ist das eine Mogelpackung. Ursprünglich war das eine belgische Version mit Pedalen und schlappen 0,9 PS. Wir haben das Ding aber auf „Mustang Cross“ umgebaut.

Der Motor: Ein 4-Gang Aggregat, aufgeblasen auf ca. 2,9 PS (RS-Zylinder).

Das Fahrwerk: Leider Gottes der Standard-Florett-Rahmen. Kreidler hat in den 70ern den Enduro-Trend etwas verpennt und einfach „Enduro-Teile“ an den Straßenrahmen geschraubt.

Der Vorteil: Der Motor ist giftig.

Der Nachteil: Die Gabel. Die unteren Führungen sind aus Kunststoff. Wenn du die tauschen willst, musst du sie quasi raussägen. Das ist eine Katastrophe für jeden Mechaniker.

2. Die Schönheit: Zündapp Hai 50

Rene tritt an mit der Zündapp. Die Hai 50 (Typ 448) war eine komplette Neuentwicklung. Ein geschlossener Rahmen mit Unterzügen, extra für den Geländeeinsatz konstruiert.

Design: Das berühmte „Haifischmaul“-Design am Tank. Sauteuer in der Herstellung, aber wunderschön.

Technik: Der unverwüstliche Zündapp-Motor mit dem berüchtigten „Ziehkeil“-Getriebe.

Der Vorteil: Ein echtes Fahrwerk mit klappbaren Fußrasten (wichtig, wenn’s einen maul!).

3. Der lachende Dritte: Hercules Supra Enduro

Und dann ist da Steffen. Steffen ist unser Mann hinter der Kamera. Steffen fährt normalerweise Vespa (Plastik-Roller!). Steffen war noch nie auf einer Cross-Strecke. Aber Steffen hat sich die Hercules Supra Enduro geschnappt. Jeder hat über Hercules gelacht. Aber dieses Ding hat den Sachs 506 Motor drin, den „großen“ mit dem schrägen Zylinder. Doppelter Schleifenrahmen, 17 Zoll hinten, 19 Zoll vorne. Ein echtes Motorrad im Miniaturformat.

Das Rennen: Wo der Barthel den Most holt

Die Strecke in Durmersheim ist tiefster Sand. Das ist der Endgegner für Mopeds mit wenig Leistung. Wenn du hier vom Gas gehst, stehst du. Sofort.

Runde 1: Ich (Kreidler) schieße nach vorne. Der Motor hängt super am Gas. Die Mustang brüllt. Rene (Zündapp) kämpft mit dem Getriebe. Das Zündapp-Problem: Der Schaltweg zwischen 1. und 2. Gang ist so lang wie ein Roman von Tolstoi. Im tiefen Sand verhungert er beim Schalten. Klack… Pause… Klack. Bis der Gang drin ist, steht das Moped.

Der Schock: Plötzlich fliegt Steffen an uns vorbei. Der Typ, der sonst Vespa fährt! Die Hercules Supra bügelt alles weg. Warum? Weil Sachs bei diesem Motor die Getriebeabstufung perfekt hinbekommen hat. Der Anschluss vom 1. in den 2. Gang passt genau. Die Drehzahl fällt nicht in den Keller. Er zieht einfach durch.

Aber dann passiert es: Steffen springt über einen Hügel. KLONG! Die Gabel der Hercules schlägt beim Ausfedern metallisch an. „Ich dachte, da schlägt einer mit dem Vorschlaghammer drauf“, hat er später gesagt. Der Negativfederweg ist eine Katastrophe, aber das Ding läuft stur geradeaus.

Die Analyse: Wer baut das beste Moped?

Nachdem wir den Staub aus den Zähnen geputzt haben (und Steffen uns leider nicht die Wurst grillen musste, weil er tatsächlich gewonnen hat – Asche auf mein Haupt!), hier das knallharte, objektive Mr. Moped Urteil.

Platz 3: Die Kreidler Florett Mustang

Es tut mir im Herzen weh, aber im Gelände ist sie nur Dritte. Der Motor ist spritzig, keine Frage. Aber das Fahrwerk ist ein Straßenfahrwerk in Verkleidung. Die Sitzposition, der Lenker – man merkt einfach, dass Kreidler hier „Baukasten-Tuning“ betrieben hat, um schnell auf den Enduro-Markt zu kommen. Aber: Auf der Straße oder dem Feldweg macht sie Laune. Sie ist roh, sie ist laut, sie ist Kreidler.

Platz 2: Die Zündapp Hai 50

Technisch ist sie der Kreidler überlegen. Der Rahmen ist steifer, die Gabel ist besser (und revidierbar!), die Detaillösungen wie die Klapprasten sind durchdacht. Das Problem ist einzig und allein das Getriebe im harten Gelände. Für die Straße ist das Ziehkeil-Getriebe butterweich und komfortabel. Aber wenn du im Sand steckst und hektisch schalten musst, ist der lange Schaltweg dein Tod. Optisch? Die Königin. Dieses Heck, dieser Tank… zum Niederknien.

Platz 1 (Unglaublich, aber wahr): Hercules Supra Enduro

Man muss neidlos anerkennen: Das ist das beste Fahrzeug in diesem Vergleich. Der Sachs-Motor ist ein Traktor. Das Fahrwerk liegt satt (trotz der klappernden Gabel). Die Sitzposition ist wie auf einer großen Enduro. Hercules hat hier nicht gebastelt, sondern konstruiert. Wer wirklich ins Gelände will, muss die Supra nehmen.

Schlusswort: Die Wurst hat geschmeckt

Am Ende ist es egal, welche Marke auf dem Tank steht. Hauptsache, es ist aus Blech, es riecht nach Zweitakt und es kommt nicht aus China. Wir hatten einen Riesenspaß. Und auch wenn ich verloren habe: Die Wurst vom Grill schmeckt am besten, wenn man sie mit Freunden isst, die genauso bescheuert sind wie man selbst.

Schreibt mal in die Kommentare: Seid ihr Team Zündapp oder Team Kreidler? Oder traut sich einer, sich als Hercules-Fahrer zu outen?

Wir sehen uns auf der Strecke (oder am Grill)!

STAY TUNED!

Euer Mr. Moped (Der heute mal den zweiten Platz gemacht hat)